Steuererklärung 2026: Lohnt es sich für mich?
Veröffentlicht am 20. März 2026
Steuererklärung 2026: Lohnt sie sich?
Viele Arbeitnehmer fragen sich, ob sie eine Steuererklärung abgeben sollten. Die klare Antwort: Fast immer – denn im Durchschnitt erhalten Arbeitnehmer in Deutschland 1.051 Euro zurück. Gleichzeitig ist die freiwillige Abgabe risikolos: Wer nichts bekommt, zahlt auch nichts drauf (außer bei Pflichtveranlagung).
Wer MUSS eine Steuererklärung abgeben?
Eine Pflichtveranlagung gilt in diesen Fällen:
- Sie haben Nebeneinkünfte über 410 Euro (z.B. Mieteinnahmen, Freelance-Arbeit)
- Sie haben Lohnersatzleistungen erhalten: Kurzarbeitergeld, ALG I, Krankengeld, Elterngeld (über 410 €)
- Sie haben mehrere Arbeitgeber gleichzeitig gehabt (Zweitjob in SK6)
- Sie sind verheiratet und haben die Kombination 3/5 oder 4/4 mit Faktor gewählt
- Freibeträge wurden auf der Lohnsteuerkarte eingetragen
Wer SOLLTE freiwillig eine Steuererklärung abgeben?
Fast alle Arbeitnehmer können Geld zurückbekommen. Besonders lohnt es sich, wenn Sie:
Beruflich:
- Einen langen Arbeitsweg haben (Pendlerpauschale)
- Regelmäßig im Homeoffice arbeiten (Homeoffice-Pauschale)
- Arbeitsmittel selbst bezahlt haben (Computer, Headset, Fachliteratur)
- Berufliche Weiterbildungen bezahlt haben
- Bewerbungskosten hatten
- Dienstreisen ohne vollständige Erstattung hatten
- Außergewöhnliche Belastungen hatten (z.B. Krankheitskosten)
- Handwerker im Haushalt beauftragt haben
- Spenden geleistet haben
- Riester-Beiträge eingezahlt haben
Die häufigsten abzugsfähigen Posten
| Kategorie | Möglicher Abzug 2026 | Anmerkung |
| Pendlerpauschale (30 km, 220 Tage) | 2.508 € | 0,38 €/km × 30 × 220 |
| Homeoffice (100 Tage) | 600 € | 6 €/Tag |
| Arbeitsmittel (PC, etc.) | Je nach Kosten | Über 952 € → Abschreibung |
| Fortbildung | Unbegrenzt | Mit Nachweis |
| Handwerkerleistungen | Bis 1.200 € | 20% von max. 6.000 € Lohnkosten |
| Spenden | Bis 20% des Einkommens | Mit Spendenquittung |
| Riester-Beiträge | Bis 2.100 € | Steuerabzug laut Sonderausgaben |
Rechenbeispiel: So viel können Sie zurückbekommen
Arbeitnehmer, SK1, 40.000 € Brutto/Jahr, 25 km Arbeitsweg, 50 Homeoffice-Tage:
- Pendlerpauschale: 25 × 0,38 × 220 = 2.090 €
- Homeoffice: 50 × 6 = 300 €
- Gesamt Werbungskosten: 2.390 €
- Arbeitnehmer-Pauschbetrag: 1.230 €
- Zusätzlicher Abzug: 1.160 €
- Steuerersparnis (Grenzsteuersatz ~30%): ca. 348 €
Fristen 2026 im Überblick
| Situation | Frist |
| Pflichtveranlagung ohne Steuerberater | 31. Juli 2027 |
| Pflichtveranlagung mit Steuerberater | 28. Februar 2028 |
| Freiwillige Abgabe | Bis zu 4 Jahre rückwirkend |
| Spätester Termin für 2022 | 31. Dezember 2026 |
Welche Tools helfen?
- ELSTER: Kostenloses offizielles Online-Portal des Finanzamts
- Steuersoftware: Wiso, Taxfix, Smartsteuer – oft unter 40 €
- Steuerberater: Bei komplizierten Fällen (Selbstständigkeit, Auslandseinkünfte)
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