Kirchensteuer 2026: Sätze nach Bundesland
Veröffentlicht am 30. März 2026
Kirchensteuer 2026: Alles Wichtige
Die Kirchensteuer ist eine besondere Steuer, die Mitglieder bestimmter Religionsgemeinschaften auf ihre Einkommensteuer zahlen. Deutschland ist eines der wenigen Länder weltweit, in dem der Staat Kirchensteuer einzieht.
Wer muss Kirchensteuer zahlen?
Kirchensteuer zahlen alle Personen, die: 1. Mitglied einer kirchensteuererhebenden Religionsgemeinschaft sind – hauptsächlich evangelische und katholische Kirche, aber auch jüdische Gemeinden und einige andere 2. Unbeschränkt steuerpflichtig in Deutschland sind 3. Einkommensteuer zahlen – wer keine Steuer zahlt, zahlt auch keine Kirchensteuer
Das Finanzamt zieht die Kirchensteuer automatisch ein und leitet sie an die jeweilige Religionsgemeinschaft weiter. Die Mitgliedschaft wird über die Lohnsteuerkarte (ELStAM) übermittelt.
Kirchensteuersätze 2026 nach Bundesland
| Bundesland | Kirchensteuersatz |
| Bayern | 8% der Lohnsteuer |
| Baden-Württemberg | 8% der Lohnsteuer |
| Berlin | 9% der Lohnsteuer |
| Brandenburg | 9% der Lohnsteuer |
| Bremen | 9% der Lohnsteuer |
| Hamburg | 9% der Lohnsteuer |
| Hessen | 9% der Lohnsteuer |
| Mecklenburg-Vorpommern | 9% der Lohnsteuer |
| Niedersachsen | 9% der Lohnsteuer |
| Nordrhein-Westfalen | 9% der Lohnsteuer |
| Rheinland-Pfalz | 9% der Lohnsteuer |
| Saarland | 9% der Lohnsteuer |
| Sachsen | 9% der Lohnsteuer |
| Sachsen-Anhalt | 9% der Lohnsteuer |
| Schleswig-Holstein | 9% der Lohnsteuer |
| Thüringen | 9% der Lohnsteuer |
Rechenbeispiele
Beispiel 1: 4.000 € Brutto, SK1, NRW (9% Kirchensteuer)
- Lohnsteuer: ca. 720 €/Monat
- Kirchensteuer: 720 × 9% = 64,80 €/Monat (777,60 €/Jahr)
- Lohnsteuer: ca. 720 €/Monat
- Kirchensteuer: 720 × 8% = 57,60 €/Monat (691,20 €/Jahr)
- Unterschied Bayern/Rest: 7,20 €/Monat oder 86,40 €/Jahr
Kappung der Kirchensteuer
In einigen Bundesländern gibt es eine Kappungsregelung: Die Kirchensteuer wird auf einen bestimmten Prozentsatz des zu versteuernden Einkommens begrenzt, um sehr hohe Belastungen bei Spitzenverdienern zu vermeiden. Diese Regelung gilt automatisch und muss nicht beantragt werden.
Für die meisten Arbeitnehmer greift die Kappung nicht – sie ist nur bei sehr hohen Einkommenspitzen relevant.
Kirchensteuer auf Sonderzahlungen
Auch auf Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder Boni fällt Kirchensteuer an. Da diese mit dem regulären Monatsgehalt zusammen versteuert werden, steigt die Kirchensteuerbelastung im Auszahlungsmonat entsprechend.
Kirchenaustritt – Ablauf und Konsequenzen
Wer aus der Kirche austreten möchte, um keine Kirchensteuer mehr zu zahlen, muss dies beim Staat erklären – nicht bei der Kirche selbst:
Zuständige Stellen:
- Standesamt (in manchen Bundesländern)
- Amtsgericht (in manchen Bundesländern)
- Seit 2023 auch digital möglich in einigen Bundesländern
Wirkung: Ab dem Folgemonat nach dem Austritt ist keine Kirchensteuer mehr fällig. Der bisherige Jahresbetrag wird anteilig berechnet.
Kirchliche Konsequenzen: Der Austritt aus dem Steuerrecht bedeutet auch den Austritt aus der Kirchengemeinschaft. Dies hat kirchenrechtliche Konsequenzen (z.B. kein kirchliches Begräbnis, kein Taufpate mehr sein).
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