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Weihnachtsgeld 2026: Steuern und Sozialabgaben

Veröffentlicht am 1. November 2026

Weihnachtsgeld 2026: So viel bleibt netto

Das Weihnachtsgeld ist für viele Arbeitnehmer eine willkommene Zusatzzahlung – leider aber nicht steuerfrei. Es unterliegt der normalen Lohnsteuer und allen Sozialabgaben. Wir erklären, wie viel davon übrig bleibt.

Was ist Weihnachtsgeld rechtlich?

Das Weihnachtsgeld ist eine freiwillige Sonderzahlung des Arbeitgebers. Es besteht kein gesetzlicher Anspruch – außer wenn dies im Arbeitsvertrag, einem Tarifvertrag oder durch betriebliche Übung (3 aufeinanderfolgende Jahre) vereinbart ist.

In der Regel entspricht es einem halben oder ganzen Monatsgehalt und wird im November oder Dezember ausgezahlt.

Wie wird Weihnachtsgeld besteuert?

Das Weihnachtsgeld ist keine begünstigte Sonderzahlung – es wird wie normales Arbeitseinkommen besteuert. Die Besonderheit liegt in der Sechstelregelung (§ 39b Abs. 3 EStG):

Die Sechstelregelung funktioniert so: 1. Ein Sechstel des Jahresgehalts wird als „sonstiger Bezug" herangezogen 2. Die Steuer auf dieses Sechstel wird berechnet 3. Die Differenz zur Steuer ohne das Sechstel ergibt den Steuertarif für den Sonderbezug 4. Dieser Tarif wird auf das Weihnachtsgeld angewendet

In der Praxis führt das dazu, dass das Weihnachtsgeld oft mit einem ähnlichen Steuersatz wie das reguläre Monatsgehalt besteuert wird.

Wie viel bleibt netto?

Faustregel (SK1, mittleres Einkommen): Von einem Weihnachtsgeld von 1.000 Euro bleiben ca. 560–650 Euro netto übrig.

Detailliertes Beispiel:

  • Monatsgehalt: 4.000 Euro Brutto
  • Weihnachtsgeld: 4.000 Euro (ein Monatsgehalt)
  • Dezember-Brutto gesamt: 8.000 Euro
  • Lohnsteuer auf den Gesamtbetrag: erhöht sich stark
  • Sozialabgaben auf 4.000 € Weihnachtsgeld (bis BBG): ca. 840 €
  • Netto aus dem Weihnachtsgeld (SK1): ca. 2.350–2.500 €
Das ist weniger als die Hälfte des Brutto. Je höher das Einkommen, desto höher der Steuerabzug.

Kirchensteuer auf Weihnachtsgeld

Auch auf Weihnachtsgeld fällt Kirchensteuer an. Da Sonderzahlungen mit dem regulären Gehalt zusammen versteuert werden, steigt die Kirchensteuerbelastung im Auszahlungsmonat entsprechend.

Tipp 1: Weihnachtsgeld in bAV einzahlen

Wer das Weihnachtsgeld ganz oder teilweise in die betriebliche Altersvorsorge (bAV) einzahlt, spart Steuern und Sozialabgaben auf den eingezahlten Betrag.

Beispiel: 1.000 Euro Weihnachtsgeld → 1.000 Euro in bAV:

  • Ersparnis an Steuern (35%): 350 €
  • Ersparnis an SV (20%): 200 €
  • Netto-Vorteil gegenüber Direktauszahlung: 550 € (die Sie in der bAV sparen)

Tipp 2: Weihnachtsgeld für Nettolohnoptimierung nutzen

Alternativ kann das Weihnachtsgeld für die Anschaffung steuerbegünstigter Gegenstände genutzt werden:

  • Jobrad-Anzahlung
  • Arbeitsmittel (Computer, Schreibtisch für Homeoffice)
  • VWL-Beiträge erhöhen

Unterschied: Weihnachtsgeld vs. 13. Monatsgehalt

Rechtlich gibt es keinen Unterschied – beides wird als Sonderzahlung gleich besteuert. Der Begriff variiert je nach Branche und Tarifvertrag.