VWL 2026: Vermögenswirksame Leistungen erklärt
Veröffentlicht am 10. Juni 2026
Vermögenswirksame Leistungen (VWL) 2026: Der vollständige Guide
Vermögenswirksame Leistungen (VWL) sind eine staatlich geförderte Sparform, bei der der Arbeitgeber einen monatlichen Beitrag direkt in einen Sparvertrag des Arbeitnehmers einzahlt. Viele Arbeitnehmer wissen nicht, dass ihnen VWL zustehen oder nutzen sie nicht.
Was sind VWL?
VWL sind Beiträge, die der Arbeitgeber direkt aus dem Bruttogehalt oder zusätzlich zum Gehalt in einen gesetzlich festgelegten Sparvertrag einzahlt. Diese Beiträge:
- Werden vom Bruttogehalt abgezogen (Entgeltumwandlung) ODER zusätzlich gezahlt
- Sind für den Arbeitnehmer nicht frei verfügbar (Sperrfristen)
- Können staatlich gefördert werden (Arbeitnehmer-Sparzulage)
Wie hoch ist der VWL-Betrag?
- Gesetzlicher Höchstbetrag: 40 Euro/Monat
- Der Arbeitgeber bestimmt die tatsächliche Höhe im Arbeits- oder Tarifvertrag
- Viele Tarifverträge sehen 15–26 Euro/Monat vor; manche bis 40 Euro
Arbeitnehmer-Sparzulage 2026
Der Staat fördert VWL zusätzlich durch die Arbeitnehmer-Sparzulage:
| Anlageform | Zulage | Max. VWL-Betrag | Einkommensgrenze (zu versteuerndes Einkommen) |
| Bausparvertrag | 9% | 470 €/Jahr | 17.900 € (Ledig) / 35.800 € (Verheiratet) |
| Aktienfonds/Beteiligungen | 20% | 400 €/Jahr | 20.000 € (Ledig) / 40.000 € (Verheiratet) |
Welche Anlageformen sind möglich?
Nicht jede Sparform ist für VWL zugelassen. Zulässig sind:
1. Bausparvertrag (klassisch, mit staatlicher Zulage) 2. Aktienfonds / Investmentfonds (mit höherer Zulage) 3. Banksparpläne (kein Förderantrag nötig) 4. Tilgung von Baukrediten (Eigenheimnutzung) 5. Beteiligungen (z.B. Mitarbeiterbeteiligung) 6. Betriebliche Altersvorsorge (bAV-Einzahlung)
Sperrfristen und Verfügbarkeit
VWL unterliegen Sperrfristen:
- Banksparpläne: 7 Jahre
- Bausparvertrag: 7 Jahre (Zuteilungsreife oder Sperrfrist)
- Investmentfonds: Mindestens 6 Jahre Haltedauer für Sparzulage
So beantragen Sie VWL
1. Beim Arbeitgeber anfragen, ob VWL gezahlt werden und in welcher Höhe 2. Sparvertrag abschließen (Bausparvertrag bei Bausparkasse, Fondssparplan bei Bank) 3. Bankverbindung dem Arbeitgeber mitteilen → Arbeitgeber überweist monatlich 4. Arbeitnehmer-Sparzulage beantragen in der Steuererklärung (Anlage VL)
VWL als Teil der Nettolohnoptimierung
VWL ist besonders attraktiv, wenn:
- Der Arbeitgeber VWL zusätzlich zum Gehalt zahlt (kein Nettoabzug beim AN)
- Die Einkommensgrenze für die Sparzulage unterschritten wird
- Bausparvertrag ohnehin geplant ist
- AG zahlt 40 €/VWL zusätzlich zum Gehalt
- AN bekommt netto mehr, spart 40 €/Monat
- Plus Sparzulage 42 €/Jahr
- Plus mögliche Zinsen/Fondsgewinne
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