Riester-Rente 2026: Staatliche Förderung sinnvoll nutzen
Veröffentlicht am 10. September 2026
Riester-Rente 2026: Lohnt sie sich noch?
Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge für Arbeitnehmer und bestimmte andere Gruppen. Trotz Kritik bietet sie für bestimmte Zielgruppen nach wie vor attraktive Förderungen.
Staatliche Zulagen 2026
Die Grundzulage und Kinderzulagen sind für 2026:
| Zulage | Betrag/Jahr |
| Grundzulage | 175 € |
| Kinderzulage (Kinder bis 2008 geboren) | 185 € pro Kind |
| Kinderzulage (Kinder ab 2008 geboren) | 300 € pro Kind |
| Berufseinsteiger-Bonus (unter 25 Jahre) | Einmalig 200 € |
- 2 × Grundzulage: 350 €
- 2 × Kinderzulage (ab 2008): 600 €
- Gesamte staatliche Zulagen: 950 €/Jahr
Mindestbeitrag für volle Förderung
Um die vollen Zulagen zu erhalten, müssen mindestens 4% des Vorjahres-Bruttoeinkommens eingezahlt werden – abzüglich der staatlichen Zulagen:
Formel: Eigenbeitrag = (Bruttoeinkommen × 4%) − Zulagen
Beispiel: Einkommen 40.000 €/Jahr, Singles:
- 4% von 40.000 € = 1.600 €/Jahr
- Zulagen: 175 €
- Mindest-Eigenbeitrag: 1.425 €/Jahr (118,75 €/Monat)
Steuerlicher Abzug
Riester-Beiträge inkl. Zulagen können bis zu 2.100 Euro/Jahr als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden. Das Finanzamt prüft, ob die steuerliche Entlastung oder die Zulagen günstiger ist.
Günstigerprüfung Riester:
- Bei hohem Steuersatz: Steuerlicher Abzug kann günstiger sein
- Bei niedrigem Einkommen/Steuersatz: Zulagen günstiger
Für wen lohnt sich Riester?
Besonders attraktiv für:
- Familien mit Kindern: Hohe Kinderzulagen (300 €/Kind/Jahr) machen Riester sehr attraktiv
- Geringverdiener mit Kindern: Zulagen als Prozentteil des Eigenbeitrags sehr hoch
- Beamte und Besoldungsempfänger: Haben Anspruch auf volle Förderung
- Hochverdiener ohne Kinder: Steuerlicher Abzug zwar möglich, aber Rendite gering
- Selbstständige (kein Anspruch, außer bei freiwilliger RV-Versicherung)
- Kurzfristige Planung: Riester ist langfristig angelegt – früher Ausstieg teuer
Probleme mit der Riester-Rente
Die Riester-Rente steht seit Jahren in der Kritik:
- Kosten: Verwaltungskosten können die Rendite erheblich mindern
- Inflexibilität: Kapital ist bis zum Renteneintritt gebunden
- Steuerpflicht im Rentenalter: Im Rentenalter voll steuerpflichtig
- Verrentungspflicht: 70% des Kapitals müssen als lebenslange Rente ausgezahlt werden
Alternative: Rürup-Rente für Selbstständige
Wer keinen Anspruch auf Riester hat (z.B. Selbstständige), kann die Rürup-Rente wählen. Diese bietet hohe Steuervorteile (bis 29.344 €/Jahr absetzbar 2026), ist aber noch weniger flexibel als Riester.
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