Mindestlohn 2026: Aktueller Stand und Ausnahmen
Veröffentlicht am 10. Januar 2026
Mindestlohn 2026: Alle Details
Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland wird regelmäßig von der Mindestlohnkommission angepasst. Diese unabhängige Kommission orientiert sich an der Tarifentwicklung und empfiehlt Anpassungen. Wir erklären alle aktuellen Details für 2026.
Gesetzlicher Mindestlohn 2026
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab Januar 2026 12,82 Euro/Stunde brutto. Das entspricht einem monatlichen Vollzeitgehalt von:
- 40 Stunden/Woche: 12,82 × 173,2 Stunden/Monat (4,35 × 40) = 2.220,39 €/Monat brutto
- Netto (SK1, ledig): ca. 1.650 €/Monat
Entwicklung des Mindestlohns
| Jahr | Mindestlohn/Stunde |
| 2022 (Januar) | 9,82 € |
| 2022 (Oktober) | 12,00 € (Sondererhöhung) |
| 2023 | 12,00 € |
| 2024 | 12,41 € |
| 2025 | 12,82 € |
| 2026 | 12,82 € |
Was bedeutet das für Minijobber?
Die Minijob-Grenze ist seit Oktober 2022 dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt:
- Minijob-Grenze = Mindestlohn × 43,33 Stunden/Monat
- 12,82 € × 43,33 = 555,49 € → aufgerundet: 556 €/Monat
Ausnahmen vom Mindestlohn
Folgende Gruppen sind vom gesetzlichen Mindestlohn vollständig ausgenommen:
| Gruppe | Regelung |
| Auszubildende | Mindestausbildungsvergütung gilt (2026: 682 €/Monat im 1. Ausbildungsjahr) |
| Pflichtpraktikum (bis 3 Monate) | Kein Mindestlohn |
| Freiwilliges Praktikum (bis 3 Monate) | Kein Mindestlohn |
| Langzeitarbeitslose (erste 6 Monate) | Kein Mindestlohn |
| Jugendliche unter 18 ohne Berufsabschluss | Kein Mindestlohn |
| Ehrenamtliche | Kein Mindestlohn |
| Selbstständige | Kein Mindestlohn (freie Preisgestaltung) |
Mindestausbildungsvergütung 2026
Auszubildende haben seit 2020 Anspruch auf eine Mindestausbildungsvergütung:
| Ausbildungsjahr | Mindest-Vergütung 2026 |
| 1. Jahr | 682 €/Monat |
| 2. Jahr | 805 €/Monat (+ 18%) |
| 3. Jahr | 921 €/Monat (+ 35%) |
| 4. Jahr | 1.020 €/Monat (+ 40%) |
Kontrollmechanismus: Finanzkontrolle Schwarzarbeit
Der Zoll kontrolliert die Einhaltung des Mindestlohns im Rahmen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS). Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 500.000 Euro geahndet werden.
Arbeitnehmer, die weniger als den Mindestlohn erhalten, können den Differenzbetrag rückwirkend einfordern – die Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre.
Tarifliche Branchenmindestlöhne
In vielen Branchen gelten durch Tarifverträge höhere Mindestlöhne als der gesetzliche Mindestlohn. Zum Beispiel:
- Bauhauptgewerbe: ca. 15,20 €/Stunde (Westdeutschland)
- Gebäudereinigergewerbe: ca. 14,25 €/Stunde
- Pflegebranche: mindestens 15,50 €/Stunde (abhängig von Qualifikation)
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